Verbindungsauskunft

Durch gemeinsame Initiative von Landkreis Cham und der BEG bessert sich die Betriebs­qua­lität bei der Länderbahn

Gemeinsamer Termin bei Verkehrsstaatssekretär Eck / Teil der Langsamfahrstellen beseitigt / Pünktlichkeitswerte bessern sich

MÜNCHEN. Mit dem Fahrplan­wechsel im Dezember 2017 und einem neuen Bedien­konzept ist es bei Alex Nord zu erheb­lichen Verspä­tungen gekommen, die auch die Betriebs­qua­lität der sonst sehr pünkt­lichen Oberpfalzbahn in Mitlei­den­schaft gezogen haben. (s. unsere PM vom 21. Dezember 2017) Ursachen dafür waren vor allem die unbefrie­di­gende Umsetzung des Betriebs­kon­zeptes durch die Länderbahn als auch die aufgrund von Oberbau­mängeln im DB Regio­nalnetz Oberpfalz wenige Tage vor Fahrplan­wechsel einge­rich­teten Langsam­fahr­stellen auf den Strecke Schwandorf – Furth im Wald und Schwandorf – Markt­redwitz. Der Landrat des Landkreises Cham, Franz Löffler und die Bayerische Eisen­bahn­ge­sell­schaft (BEG), die den Regional- und S-Bahnverkehr im Auftrag des Freistaates plant, finan­ziert und kontrol­liert, forderten bei einem gemein­samen Treffen mit dem zustän­digen Staats­se­kretär Eck die Länderbahn daher auf, sofortige Abhil­fe­maß­nahmen einzu­leiten. „Es geht nicht um Schuld­zu­wei­sungen, sondern um Lösungen. Der ÖPNV erleidet derzeit einen Image­verlust“, so Landrat Löffler. Darüber hinaus wurde DB Netz dazu angehalten, die völlig überra­schend einge­rich­teten Langsam­fahr­stellen umgehend zu besei­tigen. Die BEG kontrol­liert die Wirksamkeit der verab­re­deten Maßnahmen in wöchent­lichen Bericht­er­stat­tungen der Länderbahn.

Eingeleitete Maßnahmen greifen

Nachdem die Länderbahn einige ihrer Lösungsansätze verwirklicht hat, hat sich die Pünktlichkeit bereits merklich verbessert. Bereits nach den ersten Analysen konnte das Verkehrsnetz Alex Nord Pünktlichkeitswerte von über 90 % erreichen. Dieses Pünktlichkeitsniveau liegt sogar über dem des alten Fahrplankonzepts. „Eine aktuelle durchschnittliche Pünktlichkeitsquote von 90 % ist dennoch kein akzeptabler Maßstab, weder für mich, noch für die Menschen, die täglich auf einen funktionierenden und verlässlichen Bahnverkehr angewiesen sind. Der Anspruch der Bürgerinnen und Bürger, dass der bayernweite Wert von 95 % Pünktlichkeit im Minimum erfüllt, oder am besten noch übertroffen wird, muss das Ziel aller Handelnden sein“, betont Landrat Löffler.
Seit Freitag, den 12. Januar 2018 wurde nun auch ein Teil der Langsamfahrstellen durch DB Netz beseitigt.

Fahrplanverbesserungen bislang kaum spürbar

Die Verbes­se­rungen, die mit dem neuen Fahrplan­konzept in der Oberpfalz umgesetzt wurden, sind für die Fahrgäste leider durch massive Verspä­tungen bislang kaum spürbar gewesen. Dabei profi­tiert die Region von einem 2-Stundentakt mit jeweils drei zusätz­lichen Zugpaaren auf der Relation Hof/Prag – München – Hof/Prag. Auch wichtige Anschlüsse von Waldmünchen und Lam/Bad Kötzting sind auf diesen Taktfahrplan nach Regensburg und in die Landes­haupt­stadt ausge­richtet. Von Nürnberg und Amberg bestehen schnelle Anschlüsse nach Cham, Furth im Wald und weiter nach Tsche­chien. Zusätz­liche Früh- und Spätver­bin­dungen zwischen Schwandorf und Regensburg runden das neue Angebot ab. Der neue Fahrplan wurde selbst­ver­ständlich im Vorfeld vom Schie­nen­netz­be­treiber DB Netz geprüft und die Fahrbarkeit einschließlich der Betriebs­ab­wicklung an den Bahnhöfen bestätigt.

Sorgen der Fahrgäste wurden ernst genommen

Seit Bekannt­werden aufge­tauchter Probleme wurden intensive Gespräche zwischen allen Betei­ligten geführt, die zur Abstellung der Missstände geführt haben. Im beson­deren Fokus standen zwei Schülerzüge. Nach Anpassung des Fahrplans verkehrt der Schülerzug OPB 79796 (Lam – Cham) nach den Faschings­ferien in einer früheren Fahrplanlage bis Bad Kötzting und startet in Lam ab 7:02 Uhr statt bislang um 7:08 Uhr. Bei dem in der Gegen­richtung verkeh­renden Schülerzug OPB 79793 (Cham ab 7:03 Uhr) ergibt sich dadurch – zusätzlich zur Behebung der Langsam­fahr­stellen – ebenfalls eine Stabi­li­sierung der Pünkt­lichkeit.

Betriebsstabilität wird von der BEG weiterhin begutachtet

„Die Pünkt­lichkeit beider Netze Alex Nord und Oberpfalzbahn wird von der BEG auch nach der Herstellung der mangel­freien Infra­struktur sowie vertrags­kon­formen Umsetzung des Betriebs­kon­zeptes von der Länderbahn weiter kritisch analy­siert“, betont Thomas Prechtl, Geschäfts­führer der BEG. Zudem werden zusätz­liche infra­struk­tu­relle Maßnahmen geprüft, um weitere Verbes­se­rungen zu erreichen. „Ich bitte alle Fahrgäste, auch weiterhin Verspä­tungen und Verkür­zungen zu melden, denn Ihre Zufrie­denheit ist der Gradmesser unseres Handelns“, so Landrat Löffler abschließend.

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