Verbindungsauskunft

BOB im Oberland: BEG fordert wiederholt kurzfristige Verbes­serung der Betriebslage

BEG bestellt BOB-Geschäftsführung erneut ein / Nicht akzeptabler Einbruch der Betriebsqualität stößt auf Unverständnis / Ergänzung der bisherigen Maßnahmenliste und umgehende Umsetzung der Maßnahmen gefordert / Umfassende wöchentliche Berichterstattung intensiviert

MÜNCHEN. Die Fahrgäste im von der Bayeri­schen Oberlandbahn (BOB) betrie­benen Oberlandnetz werden derzeit wieder mit erheb­lichen Quali­täts­pro­blemen konfron­tiert. Die Bayerische Eisen­bahn­ge­sell­schaft (BEG), die den Regional- und S-Bahnverkehr im Auftrag des Freistaats plant, finan­ziert und kontrol­liert, hat die BOB-Geschäfts­führung daher heute zu einer weiteren Gesprächs­runde einbe­stellt.

Schon zu Jahres­beginn war es aufgrund massiver Fahrzeug­pro­bleme zu zahlreichen Zugaus­fällen, Verspä­tungen und Zugkür­zungen gekommen – meist verbunden mit unzurei­chenden Fahrgast­in­for­ma­tionen. Mit einer durch­­schnitt­lichen Pünkt­lichkeit von 76,8 % hatte die BOB im Januar den mit Abstand schlech­testen Wert aller bayeri­schen Verkehrs­un­ter­nehmen erreicht. Bereits damals hatte die BEG die BOB-Geschäfts­führung umgehend einbe­stellt und weitrei­chende Maßnahmen zur Verbes­serung der Fahrzeug­si­tuation, der Organi­sation der Betrieb­sab­läufe sowie der Fahrgast­in­for­ma­tionen gefordert. Seither lässt sich die BEG von der BOB-Geschäfts­führung wöchentlich über die Anzahl und die Ursachen von fahrzeug­be­dingten Störungen sowie den Umset­zungs­stand der definierten Maßnahmen unter­richten.

Nach der Inter­vention der BEG hatte sich der Betrieb im Oberlandnetz in den Folge­mo­naten zunächst stabi­li­siert – in den Monaten März (96,3 %) und April (96,5 %) lag die Pünkt­lichkeit der BOB jeweils über dem bayern­weiten Durch­schnitt. In den vergan­genen Wochen war jedoch eine erheb­liche Verschlech­terung der Betriebslage im Oberlandnetz zu verzeichnen. „Der erneute Einbruch der Betriebs­qua­lität stößt bei uns auf völliges Unver­ständnis“, so BEG-Geschäfts­führer Thomas Prechtl. „Wir können die Verär­gerung der Fahrgäste, die sich in zahlreichen Fahrgast­be­schwerden wider­spiegelt, gut nachvoll­ziehen.“ Neben rückläu­figen Pünkt­lich­keits­werten waren die Fahrgäste im Oberland allein seit dem 06. Juni 2017 von über 170 Zugkür­zungen sowie rund 70 Zugaus­fällen betroffen. Die Mehrheit der Zugkür­zungen und Zugaus­fälle war dabei durch die BOB selbst zu verant­worten – als wesent­liche Ursachen sind Fahrzeug­stö­rungen oder eine mangelnde Fahrzeug­ver­füg­barkeit zu nennen. „Hinzu kommen nach wie vor ungelöste Probleme bei den Klima­an­lagen, nicht nachvoll­ziehbare betrieb­liche Entschei­dungen, mangelnde Fahrgast­in­for­ma­tionen sowie eine Reihe von vermeid­baren perso­nal­be­dingten Verspä­tungen oder Ausfällen. All das trägt in Summe zu einem negativen Gesamtbild bei“, so Prechtl.

Die BEG hatte die BOB daher bereits im Vorfeld des heutigen Termins eindringlich aufge­fordert, die aktuelle Maßnah­men­­liste um weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Betriebs­sta­bi­lität zu ergänzen und umgehend für einen nachhaltig stabilen Betrieb und eine dauerhaft zuver­lässige Fahrgast­in­for­mation zu sorgen. Die BOB hat während des heutigen Gesprächs ein umfang­reiches Maßnah­men­­paket vorgelegt, welches sie in den kommenden Wochen und Monaten abarbeiten wird. „Wir erwarten, dass die BOB schnellst­möglich wieder das Niveau der Vorwochen erreicht und werden bis dahin die ohnehin schon umfas­sende Bericht­er­stattung durch die BOB-Geschäfts­führung erneut deutlich inten­si­vieren“, erläutert Prechtl.

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