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BEG-Qualitätsranking 2017:
Regionalverkehr in Bayern erhält beste Noten seit Einführung des Messsystems

Bayerische Eisenbahngesellschaft veröffentlicht Jahresranking 2017 / Fahrgäste beurteilen  Qualität der bayerischen Regionalzüge um gut neun Punkte besser als im Vorjahr /
Knapp 90 Prozent der Netze fahren im Bonusbereich /
Netz Agilis-Nord behauptet Spitzenplatz

MÜNCHEN. Die Angebotsqualität der bayerischen Regionalzüge verbessert sich kontinuierlich. Das zeigen die Jahreswerte des Qualitätsrankings der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern im Auftrag des Freistaats plant, finanziert und kontrolliert: www.beg-qualitaetsranking.de. Die Qualität auf Bayerns Schienen wurde um mehr als neun Punkte besser bewertet als im Vorjahr. Im bayernweiten Durchschnitt erzielten die 28 bewerteten Netze auf einer Skala von -100 bis +100 möglichen Punkten 34,14 Punkte (Jahresranking 2016: 24,75 Punkte). Der Jahreswert bestätigt die positive Entwicklung im gesamten Jahresverlauf. Seit Einführung des Qualitätsmesssystems durch die BEG im Jahr 2008 wurde damit die bisher höchste Durchschnittspunktzahl erreicht. Beurteilt werden unter anderem Qualitätskriterien wie die Sauberkeit der Züge, die Fahrgastinformation und die Serviceorientierung der Eisenbahnverkehrsunternehmen, die im Auftrag der BEG die Netze in Bayern betreiben.

„Die Bewertungskurve für die Qualität der bayerischen Regionalzüge zeigt eindeutig nach oben“, sagt Thomas Prechtl, Geschäftsführer der BEG. „Indem wir die Qualität der Verkehrsleistungen im Bahnland Bayern regelmäßig überprüfen und finanzielle Anreize mit Bonus- oder Strafzahlungen setzen, verbessert sich die Qualität im Sinne der Fahrgäste kontinuierlich. Die von uns beauftragten Eisenbahnverkehrsunternehmen schöpfen ihr Potenzial immer weiter aus. Das ist der Weg, den wir konsequent weiter gehen werden. Ein hochwertiges und leistungsstarkes Angebot ist und bleibt einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren für den Regionalverkehr auf Bayerns Schienen.“

Agilis-Nord besetzt zum wiederholten Mal in Folge Platz 1

Knapp 90 Prozent oder konkret 25 von 28 Eisenbahnverkehrsunternehmen fuhren 2017 im Bonusbereich und übertrafen die Mindesterwartungen der BEG (2016: 24 von 28). Ganz oben auf dem Siegerpodest steht zum sechsten Mal in Folge das Netz Agilis-Nord. Das Netz wurde um noch einmal 8,79 Punkte besser bewertet als im Vorjahr. Mit insgesamt 96,04 Punkten hat es nahezu die maximal mögliche Punktzahl erreicht (2016: 87,25 Punkte, Platz 1). Ein Plus von 16,03 Punkten bringt das Netz Kissinger Stern mit insgesamt 94,36 Punkten auf Platz 2 (2016: 78,33 Punkte, Platz 3). Mit 93,33 erreichten Punkten rückte das Netz Kahlgrund um drei Plätze vor und sicherte sich den Bronzerang. Das Netz legte um weitere 19,70 Punkte zu und bestätigte damit den positiven Trend aus dem Vorjahr (2016: 73,63 Punkte, Platz 6).

Bester Aufsteiger nach Plätzen war das Netz Kneipp-Lechfeld-Bahn. Mit einem Plus von 21,44 Punkten erreichte das Netz insgesamt 28,10 Punkte, machte acht Plätze gut und sicherte sich Platz 12 (2016: 6,66 Punkte, Platz 20). Mehr als 20 Punkte konnte auch das Netz Regio Franken gutmachen. Es wurde 2017 um 26,65 Punkte besser bewertet als im Vorjahr, konnte sich mit insgesamt -18,05 erreichten Punkten aber noch nicht vom letzten Tabellenplatz lösen (2016: -44,70 Punkte, Platz 28).

Chancen verpasst

Insgesamt fünf Netze haben bei den Bewertungen für 2017 schlechter abgeschnitten als im Vorjahr. Darunter war das Netz Alex-Süd der größte Verlierer nach Punkten. Es wurde um 10,61 Punkte schlechter bewertet als im Vorjahr, verfehlte die Mindesterwartungen der BEG knapp mit -1,34 Punkten und landete auf Platz 26 (2016: 9,27 Punkte, Platz 19). Das Netz Berchtesgadener Land Bahn musste 9,81 Punkte abgeben, konnte mit 75,92 Punkten keinen Podestplatz mehr erreichen und besetzt Platz 6 (2016: 85,73 Punkte, Platz 2). Das Netz Main-Saale-Express verlor 7,73 Punkte und rutschte mit 25,46 erreichten Punkten aus den Top Ten auf Platz 14 ab (2016: 33,19 Punkte, Platz 9). Das Netz Alex-Nord musste 5,24 Punkte abgeben und landete mit 11,21 Punkten nur noch auf Platz 22 (2016: 16,45 Punkte, Platz 15). Das Netz Regio Nordostbayern verlor 4,60 Punkte, behauptetet sich mit 0,22 erreichten Punkten auf Platz 25 aber noch knapp im Bonusbereich (2016: 4,82 Punkte, Platz 23).

Qualitätsmesssystem als Grundlage

Die bayerischen Regionalzüge werden nach einheitlichen Kriterien im BEG-Qualitätsmesssystem erfasst. Es bildet die Grundlage für das Qualitätsranking. Berücksichtigt werden die Sauberkeit der Fahrzeuge, die Fahrgastinformation, die Funktionsfähigkeit der Ausstattung, die Serviceorientierung der Zugbegleiter und die Kundenorientierung bei Beschwerden. Die Pünktlichkeit fließt nicht in die Ergebnisse ein, sondern wird in einem separaten Messsystem erfasst. Die BEG bewertet die einzelnen Netze mit Hilfe von externen Testern und Fahrgastbefragungen. Die Ergebnisse des Qualitätsrankings haben unmittelbare finanzielle Auswirkungen auf die Betreiber der jeweiligen Netze. Erreicht ein Unternehmen den Wert null, sind die Erwartungen der BEG gerade erfüllt. Wer darüber liegt, erhält eine Bonuszahlung, wer Minuspunkte verzeichnet, zahlt Strafe (+100 Punkte = maximaler Bonus, -100 Punkte = maximaler Malus).

Das Qualitätsranking (Jahreswerte 2017) sowie alle Jahreswerte seit 2009 sind unter www.beg-qualitaetsranking.de zu finden. Dort sind auch die jeweiligen Betreiber der Netze aufgeführt.

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