Warum setzt die BEG auf Wett­be­werb?

Aus den staat­li­chen Mitteln das Maximum an Leistung für die Fahrgäste her­aus­ho­len: Mit diesem Ziel setzt die BEG kon­se­quent auf den Wett­be­werb zwischen Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men.

Die BEG vergibt die Ver­kehrs­leis­tun­gen in der Regel im Rahmen von so genannten Wett­be­werbs­ver­fah­ren: Im Zuge einer eu­ro­pa­wei­ten Aus­schrei­bung können sich Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men (EVU) um den Betrieb einer Strecke bewerben. Die BEG schließt mit dem­je­ni­gen EVU einen Ver­kehrs­ver­trag ab, welches das wirt­schaft­lichs­te Angebot in Bezug auf Qualität und Preis abgegeben hat. Bis 2023 will die BEG grund­sätz­lich alle Netze im baye­ri­schen Schie­nen­per­so­nen­nah­ver­kehr (SPNV) in Wett­be­werbs­ver­fah­ren vergeben haben.

Dass sich Wett­be­werb für die Fahrgäste auszahlt, zeigt die Ent­wick­lung des SPNV in Bayern: Von 1996 bis 2018 konnte die BEG das Angebot im Regional- und S-Bahn-Verkehr um die Hälfte ausweiten. Und das, obwohl im selben Zeitraum die ver­füg­ba­ren Mittel für die Fi­nan­zie­rung des SPNV real ge­schrumpft sind. Im Wett­be­werb bieten die Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men ihre Leis­tun­gen günstiger an als noch zu Zeiten des staat­li­chen Monopols vor 1996. Sie arbeiten ef­fi­zi­en­ter, behalten die Kosten stärker im Blick, in­ves­tie­ren mehr in Service und weniger in Ver­wal­tungs­struk­tu­ren. Die so ge­won­ne­nen fi­nan­zi­el­len Spiel­räu­me konnte die BEG für Ver­bes­se­run­gen nutzen, vor allem für dichtere Takte und für Neu­fahr­zeu­ge mit we­sent­lich mehr Komfort.

Mitt­ler­wei­le ist dieses Ein­spar­po­ten­zi­al al­ler­dings größ­ten­teils erschöpft, da die BEG viele Netze bereits min­des­tens ein Mal im Wett­be­werb vergeben hat. Die Un­ter­neh­men haben die Ef­fi­zi­enz­spiel­räu­me in der Regel bereits bei der ersten Aus­schrei­bung aus­ge­schöpft. Beim zweiten Mal lässt sich dieser Effekt deshalb nicht mehr im selben Maß wie­der­ho­len.

Weniger Fi­nanz­mit­tel, mehr Leistung

Ent­wick­lung der Re­gio­na­li­sie­rungs­mit­tel und der In­fra­struk­tur­kos­ten im Vergleich zur Ent­wick­lung der Zug­ki­lo­me­ter und der Nachfrage im baye­ri­schen SPNV ( 2000 – 2017)

Die BEG konnte die Ver­kehrs­leis­tung (Zug­ki­lo­me­ter) fast kon­ti­nu­ier­lich steigern, obwohl die ver­füg­ba­ren Fi­nanz­mit­tel für den Schie­nen­per­so­nen­nah­ver­kehr (SPNV) real ge­schrumpft sind. Denn die In­fra­struk­tur­ge­büh­ren für die Benutzung von Gleisen und Bahnhöfen sind deutlich schneller gestiegen als die Re­gio­na­li­sie­rungs­mit­tel, die der Bund für die Fi­nan­zie­rung des SPNV zur Verfügung stellt. Möglich war die Aus­wei­tung der Ver­kehrs­lei­tung nur durch Vergaben im Wett­be­werb, die zu güns­ti­ge­ren Angeboten der Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men geführt haben. 2017 wurden die Re­gio­na­li­sie­rungs­mit­tel seit über zwei Jahr­zehn­ten zum ersten Mal deutlich erhöht.