Ausschreibung 2019
Ausschreibung 2018
Stand: Juli 2019

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG ) bestellt im Auftrag des Freistaats 4,35 Millionen Zugkilometer im elektrischen Regionalzugverkehr der Mainfrankenbahn.

Hierbei handelt es sich um den sternförmig vom Würzburger Hauptbahnhof in die Region Mainfranken ausstrahlenden  Vorortverkehr, der alle Stationen entlang der Strecken nach Nürnberg, Bamberg, Lauda, Marktbreit und über Gemünden nach Schlüchtern und Aschaffenburg bedient. Die Strecke Würzburg – Treuchtlingen, die heute noch im E-Netz Würzburg enthalten ist, geht in das Wettbewerbsprojekt „Augsburger Netze“ (Los 1) über. Hierdurch können umsteigefreie Verbindungen von Würzburg über Augsburg bis nach München angeboten werden. Zum Ausschreibungsnetz Mainfranken kommen auf der Strecke nach Lauda noch 0,2 Millionen Zugkilometer in Baden-Württemberg dazu, auf der Strecke nach Schlüchtern werden 0,2 Millionen Zugkilometer in Hessen erbracht.

Die Laufzeit des zu vergebenden Verkehrsvertrags ist auf sechs Jahre begrenzt. Die BEG hat sich zu dieser vergleichsweise kurzen Laufzeit entschlossen, um flexibel auf den weiteren Ausbau von Stationen durch die DB AG reagieren zu können. Im Rahmen des neuen Verkehrsvertrags sind Fahrzeuge vorgesehen, die eine Einstiegshöhe von 55 Zentimeter haben – genauso wie die Fahrzeuge, die bereits heute auf der Mainfrankenbahn verkehren. Langfristig ist aber der barrierefreie Ausbau von  Stationen im Netz Mainfranken auf eine Bahnsteighöhe von 76 Zentimeter vorgesehen. Durch die verkürzte Vertragslaufzeit hat die BEG die Möglichkeit, im darauf folgenden Verkehrsvertrag Neufahrzeuge mit einer Einstiegshöhe von 76 Zentimeter zu bestellen, sobald die Bahnsteige entsprechend umgebaut sind. Außerdem plant die BEG auf lange Sicht die Integration der Mainfrankenbahn in ein größeres Netz Unterfranken, das  weitere Strecken im Regierungsbezirk umfasst.

Blick ins Betriebswerk Nürnberg-Gostenhof von DB Regio, dem bisherigen Betreiber der Mainfrankenbahn:

Ein LIREX-Zug (Baureihe ET 440) wird hier gerade auf den Austausch eines Radsatzes vorbereitet.

Wesentliche Inhalte im Überblick

Streckennetz
Regionalverkehr in der Region Mainfranken:

  • Würzburg – Neustadt (Aisch) – Nürnberg
  • Würzburg – Schweinfurt – Haßfurt – Bamberg
  • Würzburg – Gemünden (Main) –
    Jossa – Schlüchtern (Hessen)
  • Würzburg – Kirchheim (Unterfr) –
    Lauda (Baden-Württemberg)
  • Würzburg – Marktbreit (nur HVZ)
  • Gemünden (Main) – Lohr – Aschaffenburg (nur HVZ)

Traktionsart

  • Elektrisch

Betreiber

  • Bis 12/2021: DB Regio AG
  • Ab 12/2021: DB Regio AG

Künftiges Grundangebot

  • Täglicher Stundentakt auf den Linien Würzburg –Nürnberg (Express)/ Bamberg / Lauda /Jossa sowie Zweistundentakt im Abschnitt Jossa – Schlüchtern (Hessen)
  • Während der Hauptverkehrszeiten stündliche Verdichterzüge Würzburg – Marktbreit/ Schweinfurt/ Kitzingen / Karlstadt sowie zwischen Gemünden (Main) und Aschaffenburg und Bamberg – Haßfurt
  • Neue Stationen Würzburg-Heidingsfeld Ost, Würzburg-Heidingsfeld West und Aschaffenburg Ost (mind. stündliche Bedienung)

Verbesserungen gegenüber heute

  • Schweinfurt Stadt – Haßfurt: Stundentakt auch an Sa. und So.
  • Würzburg – Bamberg: tgl. im Stundentakt
  • Würzburg – Lauda: tgl. im Stundentakt

Zum Wettbewerbsprojekt „Mainfranken“ gehören folgende Strecken:

  • Würzburg – Nürnberg
  • Würzburg – Bamberg
  • Würzburg – Lauda
  • Würzburg – Gemünden
  • Würzburg – Marktbreit
  • Gemünden – Schlüchtern
  • Gemünden – Aschaffenburg

Das Fahrplankonzept mit täglich mindestens stündlich verkehrenden Regionalzügen wird fortgeführt. Zugleich ergeben sich folgende Angebotsverbesserungen:

  • Ausweitung des Zugangebotes im engeren Einzugsbereich Würzburgs von Mo. – Fr. zur Stunde 14 (Verdichterverkehr): Um den Bedürfnissen des Schüler- und Pendlerverkehrs am Nachmittag noch besser gerecht werden zu können, verkehren die Verdichterzüge zwischen Würzburg und Karlstadt, Marktbreit und Kitzingen auch in der Stunde 14. Damit ergibt sich an Mo. – Fr. in der Zeitspanne zwischen 13:00 und 19:00Uhr ein ungefähr halbstündliches RB-Zugangebot zwischen Würzburg und seinem engeren Umland.
  • Strecke Würzburg – Schweinfurt – Bamberg: Die heute an Sa. und So. bestehende zweistündliche RB-Angebotslücke zwischen Schweinfurt Stadt und Haßfurt wird geschlossen. Damit verkehren die Regionalbahnen zwischen den ICE-Knotenbahnhöfen Würzburg und Bamberg täglich im Stundentakt. Die Station Schonungen wird zukünftig ebenfalls täglich stündlich bedient. Ebenso wird das Zugangebot am Abend gegen 20:00Uhr zugunsten eines lückenlosen Stundentaktes ausgeweitet
  • Strecke Würzburg – Lauda: Bereits seit Dezember 2018 wurde der RB-Verkehr Würzburg – Lauda vom bisherigen Dieselbetrieb mit z. T. nur zweistündlichem RBZugangebot an Mo. – Fr. auf den Betrieb mit modernen Elektro-Triebwagen und im Stundentakt von Mo. – Fr. ausgeweitet. Mit Start des Wettbewerbsnetzes Mainfranken werden ausschließlich barrierefreie ElektroTriebzüge zum Einsatz kommen und das Zugangebot auch an Sa. und So. auf stündliche Bedienung ausgeweitet. Ab Dezember 2023 ist die Inbetriebnahme der neuen Station Würzburg-Heidingsfeld West vorgesehen. An dieser Station bestehen zukünftig günstige Umsteigemöglichkeiten zur Würzburger Straßenbahn in Richtung Innenstadt und zu den Stadtteilen Heuchelhof und Rottenbauer
  • Würzburg – Marktbreit: Voraussichtlich ab Dezember 2021 wird die neue Station Würzburg-Heidingsfeld Ost in Betrieb gehen und mindestens im Stundentakt, während der Hauptverkehrszeit (HVZ) halbstündlich bedient.
  • Strecke Würzburg – Gemünden – Schlüchtern / Lohr: Die RB-Linie Würzburg – Gemünden – Schlüchtern wird im hessischen Abschnitt auf einen durchgehenden täglichen Zweistundentakt verdichtet und das Angebot am Wochenende sowie täglich durch ein zusätzliches Zugpaar am Abend nach 20:00Uhr ausgeweitet. Hervorzuheben ist die Einrichtung einer neuen Frühverbindung von Mo. – Fr. ab Jossa um 06:36Uhr nach Würzburg Hbf (an 07:34 Uhr; Rückverlängerung der bestehenden Zugleistung Gemünden 07:02Uhr – Würzburg 07:34Uhr) sowie die Schließung einer Angebotslücke am Abend an Sa. und So. Auch Lohr profitiert von einer neuen Frühverbindung von Mo. – Fr.: Lohr Bahnhof ab 05:04Uhr – Würzburg Hbf an 05:49Uhr.

Fahrzeuge

  • Barrierefreie, klimatisierte Gebrauchtfahrzeuge ab Baujahr 2003 zugelassen (Auswahl des Fahrzeugherstellers und -modells sowie der Ausstattungsdetails ist dem Verkehrsunternehmen überlassen)
  • Videoüberwachung in den Zügen
  • Vertiefende Informationen

Fahrradmitnahme

  • Große Mehrzweckbereiche

Barrierefreiheit

Qualität

  • Hohe Anforderungen an Pünktlichkeit, Anschlusssicherung, Störfallmanagement, Sitzplatzkapazitäten, Information, Sauberkeit, Serviceorientierung
  • Einsatz umfangreicher Qualitätsmesssysteme zur Kontrolle
  • Vertragsstrafen („Pönalen“) bei Nichteinhaltung der Vorgaben

Kapazitäten

  • Mindestvorgaben für Sitzplätze für alle Züge unter besonderer Berücksichtigung des Berufs-/Schülerverkehrs sowie des Freizeitverkehrs am Wochenende

Zugbegleiter

  • Mindestquote 100 Prozent
  • Detaillierte Vorgaben zu Qualifikation und Ausbildung

Fahrgastinformation

  • Ansage und Anzeige von Informationen im Fahrzeug (in Neufahrzeugen mit Echtzeitdaten)
  • Lieferung von Soll- und Echtzeitdaten an den bayernweiten Datenpool für Auskunftssysteme (DEFAS BAYERN)

Vertrieb

  • Verkauf am Bahnhof durch Personal und aus Automaten
  • Personenbedienter Verkauf in Aschaffenburg Hbf, Würzburg Hbf, Bamberg, Schweinfurt Hbf, Nürnberg Hbf und Fürth (Bay) Hbf
  • Verkauf über Agenturen in Lohr, Gemünden (Main), Karlstadt (Main), Kitzingen, Neustadt und Haßfurt
  • In Lauda ist die Einrichtung einer Mobilitätszentrale vom Main-Tauber-Kreis geplant.
  • Fahrscheinverkauf zu allen deutschen Tarifpunkten, zumindest Nahverkehrstarif, innerhalb von Verbünden auch Verbundfahrscheinverkauf; Fahrscheinverkauf für Züge des Fernverkehrs ist wünschenswert
  • Vertiefende Informationen

Tarif

  • Anwendung und Anerkennung von DB-Nahverkehrstarif und Sonderangeboten (z. B. Bayern-Ticket); möglichst Tarifkooperation mit Fernverkehr
  • Bayern-Hopper-Ticket als Sonderangebot außerhalb der Hauptverkehrszeiten
  • Anwendung und Anerkennung der Verbundtarife von VAB, VVM und VGN. Richtung Lauda auch VRN, Richtung Schlüchtern auch RMV
  • Vertiefende Informationen

Der Zuschlag soll voraussichtlich Frühjahr / Mitte 2019 erteilt werden. Die Betriebsaufnahme ist im Dezember 2021 geplant. Der Vertrag endet voraussichtlich im Dezember 2027 nach einer Laufzeit von sechs Jahren.

Kosten- und Erlösverteilung

  • Die BEG schließt einen Bruttovertrag und trägt damit die Erlösverantwortung. Das Verkehrsunternehmen erhält einen Erlösanreiz für die Steigerung der Fahrgelderlöse.
  • Die BEG übernimmt auch die Kostenrisiken: Steigerungen der Infrastrukturgebühren sowie Energie- und Personalkosten werden zum Großteil durchgereicht (Anpassungen des Bestellerentgelts).

Infrastruktur

  • Die BEG hat keinen direkten Einfluss auf die Infrastruktur, trägt jedoch über das Bestellerentgelt die Nutzungsgebühren. Das Verkehrsunternehmen (nicht die BEG) schließt die Nutzungsverträge mit den Infrastrukturunternehmen: DB Netz AG (Strecken) / DB Station&Service AG (Stationen)

Verfahrensart

  • Offenes Verfahren

Vergabestellen

  • Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH
  • Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH (RMV)
  • Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg (VM)

Abstimmung der Planungen

  • Aufgabenträger für den allgemeinen ÖPNV (Landkreise, kreisfreie Städte) wurden gemäß dem Bayerischen ÖPNV-Gesetz beteiligt, u. a. im Rahmen jährlicher Regionalkonferenzen

Zeitplan der Ausschreibung

  • Vorinformation im EU-Amtsblatt: Dezember 2016
  • Angebotsabgabe: vsl. April 2019
  • Zuschlag: vsl. Mitte 2019

Vertragslaufzeit

  • Dezember 2021 bis Dezember 2027

Wertung der Angebote

  • Das wirtschaftlichste, nicht zwangsläufig das preisgünstigste Angebot erhält den Zuschlag, da auch Qualitätszusagen berücksichtigt werden, die über die Mindestanforderungen hinausgehen.

Betriebsaufnahmevorbereitungen

  • Bis zur Betriebsaufnahme muss das Verkehrsunternehmen regelmäßig die fristgerechte Umsetzung der Vorbereitungen nachweisen.