Warum braucht München eine 2. S-Bahn-Stamm­stre­cke?

Als die Münchner S-Bahn 1972 in Betrieb ging, wurde sie für 250.000 Fahrgäste pro Tag geplant. Mitt­ler­wei­le fahren täglich rund 800.000 Menschen mit der S-Bahn. Und die Situation wird sich weiter zuspitzen: Seriösen Schät­zun­gen zufolge werden im Großraum München 2030 rund 3,2 Millionen Einwohner leben, das sind rund 300.000 mehr als heute. Deshalb muss das Herzstück des S-Bahn-Systems dringend ausgebaut werden.

Be­völ­ke­rungs­ent­wick­lung in der Region München

Die 1. Stamm­stre­cke ist aus­ge­reizt

Die S-Bahn ist seit 1972 die Le­bens­ader des öf­fent­li­chen Nah­ver­kehrs zwischen München und den um­lie­gen­den Land­krei­sen. Doch das Herzstück dieses Systems – die Stamm­stre­cke – ist am Limit an­ge­kom­men: Auf dem Abschnitt zwischen Don­ners­ber­ger­brü­cke und Ost­bahn­hof fahren alle sieben Haupt­li­ni­en. Alle zwei Minuten hält dort in der Haupt­ver­kehrs­zeit eine S-Bahn. Abzüglich der Zeit für das Ein- und Ausfahren des Zugs bleiben gerade noch 36 Sekunden für die Fahrgäste, um ein- und aus­zu­stei­gen. Dann kommt auch schon die nächste S-Bahn. Mehr Züge sind auf dieser Strecke technisch nicht 
möglich. Deshalb werden die S-Bahnen seit Jahren immer voller und das Ge­samt­sys­tem ist stör­an­fäl­lig.

Neue Per­spek­ti­ven statt Ver­kehrs­kol­laps

Die 2. Stamm­stre­cke wird parallel zur be­ste­hen­den Stamm­stre­cke geführt, mit einem rund sieben Kilometer langen Tunnel zwischen Laim und Leuch­ten­berg­ring. Sie er­schließt die drei Stationen mit dem höchsten Fahr­gast­auf­kom­men: Haupt­bahn­hof, Ma­ri­en­platz/Marienhof, Ost­bahn­hof. Von allen Al­ter­na­ti­ven hat sich diese In­fra­struk­tur­maß­nah­me in Studien als die wirk­sams­te her­aus­ge­stellt: Die 2. Stamm­stre­cke sichert die Mobilität der Wachs­tums­re­gi­on München und eröffnet der Lan­des­haupt­stadt und der ganzen Me­tro­pol­re­gi­on neue Per­spek­ti­ven.