Wie funk­tio­niert das neue S-Bahn-Netz?

Mit In­be­trieb­nah­me der 2. Stamm­stre­cke werden nicht nur deutlich mehr S-Bahnen unterwegs sein, auch die Fahrt­zei­ten verkürzen sich teils erheblich. Wie genau sich die Situation für jeden Fahrgast ändert, hängt ganz von der je­wei­li­gen Fahrt­stre­cke ab. Hier ein Überblick über die wich­tigs­ten Elemente im Be­triebs­kon­zept ab 2028.

Neue Nummern, neue Linien

Ungefähr die Hälfte der Linien fährt ab 2028 über die alte Stamm­stre­cke durch München, die andere Hälfte über die neue. Einige Li­ni­en­num­mern werden getauscht und es kommen einige neue Linien mit zwei­stel­li­gen Nummern und einem X dazu: die Express- und auch die Regional-S-Bahnen.

S-Bahnen auf der Über­hol­spur

Alle Express-S-Bahnen fahren auf der 2. Stamm­stre­cke. Das macht sie noch schneller, weil es dort zwischen Laim und Leuch­ten­berg­ring nur drei Stationen gibt: Haupt­bahn­hof, Marienhof und Ost­bahn­hof. Auf der alten Stamm­stre­cke sind es neun Stationen. Wer künftig bei­spiels­wei­se mit der Express-S-Bahn S18X vom Marienhof nach Herr­sching fährt, ist fast 20 Minuten schneller als heute – und auch fast 20 Minuten schneller als in der künftig parallel ver­lau­fen­den S8, die über die 1. Stamm­stre­cke fährt.

Schneller Stamm­stre­cken­wech­sel

Die beiden Stamm­stre­cken sind in Laim und Leuch­ten­berg­ring mit­ein­an­der verknüpft. Hier kann man bequem am gleichen Bahnsteig zwischen den Stamm­stre­cken wechseln. Das gilt besonders für die Linien aus Freising/Flughafen und Tutzing, die aus­schließ­lich auf der 2. Stamm­stre­cke fahren. Wer zum Beispiel von Grä­fel­fing oder Eching zur Ha­cker­brü­cke möchte, kann künftig in Laim bahn­steigg­leich in eine der vier Linien umsteigen, die von hier über die 1. Stamm­stre­cke fahren.

Mehr S-Bahnen – mit wenigen Ausnahmen

Generell pro­fi­tie­ren die Fahrgäste von der Um­stel­lung des Grund­takts von 20 auf 15 Minuten. Nur an zehn der derzeit 150 Stationen wird aus dem heute nur in der Haupt­ver­kehrs­zeit an­ge­bo­te­nen 10-Minuten-Takt ein ganz­tä­gi­ger 15-Minuten-Takt. Das bedeutet, das Angebot wird in einem kleinen Zeit­fens­ter ver­min­dert, dafür in einem größeren Zeit­fens­ter erhöht. Die hier parallel ver­keh­ren­den Express-S-Bahnen sorgen zudem für eine deutliche Ent­las­tung: Sie nehmen die Fahrgäste von den am stärksten fre­quen­tier­ten Stationen mit. Insgesamt gibt es viele Stationen, an denen sich das Angebot auch in der Haupt­ver­kehrs­zeit ver­bes­sert, an derzeit knapp der Hälfte der Halte wird das Ge­samt­an­ge­bot zum Teil erheblich aus­ge­wei­tet. Hinzu kommen 13 neue S-Bahnhöfe, be­zie­hungs­wei­se Bahnhöfe, die erstmalig auch von einer S-Bahn an­ge­fah­ren werden. Insgesamt stehen den Fahr­gäs­ten deutlich mehr S-Bahnen zur Verfügung: Das Fahrt- be­zie­hungs­wei­se Platz­an­ge­bot nimmt – je nach Strecke be­zie­hungs­wei­se Station – um bis zu 66 Prozent zu. Für Fahrgäste auf den Linien Al­to­müns­ter / Pe­ters­hau­sen – Dachau – Holz­kir­chen und Wolfrats­hau­sen – Kreuz­stra­ße ändert sich durch die 2. Stamm­stre­cke nichts: Es bleibt vorerst beim gewohnten 20-Minuten-Takt, der auf der zu­künf­ti­gen S2 zu den Haupt­ver­kehrs­zei­ten zu einem 10-Minuten-Takt ver­dich­tet wird. Der Grund: Auf diesen über­wie­gend ein­glei­si­gen Au­ßen­stre­cken ist keine Takt­ver­dich­tung möglich. 

Stre­cken­ver­lauf der 2. Stamm­stre­cke:
Ent­las­tung für die be­ste­hen­de Stamm­stre­cke

Stand: April 2018

Verlauf der 2. Stammstrecke – Entlastung für die bestehende Stammstrecke