Verbindungsauskunft

Anschlusssicherung

Die Bayerische Eisen­bahn­ge­sell­schaft (BEG) erwartet von allen Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­nehmen, dass Anschlusszüge auf verspätete Züge warten – mindestens fünf Minuten über deren planmäßige Abfahrtszeit hinaus. Daneben gibt es Regelungen mit noch längeren Warte­zeiten, z. B. für die letzten Anschlusszüge am Abend. Doch wer entscheidet letzt­endlich, ob ein Zug wartet oder nicht?

Das überge­ordnete Entschei­dungs­recht liegt beim Infra­struk­tur­be­treiber DB Netz. Denn nur DB Netz hat einen Überblick über das gesamte Streckennetz und kann beurteilen, welche Auswir­kungen das Warten auf Anschlusszüge hat. Durch eine deutlich verspätete Abfahrt könnten beispiels­weise Knoten­bahnhöfe im weiteren Fahrt­verlauf nicht recht­zeitig erreicht werden – und das hätte wiederum weitere Anschluss­ver­luste zur Folge. Damit ein Anschluss sicher­ge­stellt werden kann, müssen viele verschiedene Stellen – Zugper­sonal des verspä­teten Zuges, Trans­port­lei­tungen von mögli­cher­weise unter­schied­lichen Verkehrs­un­ter­nehmen, Infra­struk­tur­be­treiber DB Netz, Personal des Anschluss­zuges – zusam­men­ar­beiten (siehe dazu die Infografik).

Sobald feststeht, dass ein Zug nicht pünktlich an der nächsten Station ankommt, sollten Fahrgäste, die dort einen Anschlusszug erreichen müssen, dies dem Zugbegleiter mitteilen (1). Befindet sich kein Zugbegleiter an Bord, können sie sich an den Triebfahrzeugführer wenden. Der Zugbegleiter oder Triebfahrzeugführer informiert die Transportleitung seines Verkehrsunternehmens über die Verspätung und darüber, dass Fahrgäste einen Anschluss erreichen möchten (2). Die Transportleitung gibt diese Information an die Transportleitung des Anschlusszuges weiter (3) sowie dem Infrastrukturbetreiber DB Netz Auskunft (4). DB Netz prüft, ob und wie lange der Anschlusszug auf den verspäteten Zug warten kann, und informiert die Transportleitung über die Entscheidung (kann warten / kann nicht warten) (5). Die Transportleitung gibt die Entscheidung an das eigene Zugpersonal sowie an die Transportleitung des Anschlusszuges weiter (6). Von dort geht die Meldung an die Zugbegleiter (7), welche dann die Fahrgäste – ggf. mit der Bitte um rasches Umsteigen – über den Anschluss informieren (8).

Ebenfalls muss gewähr­leistet sein, dass die Fahrgäste an der Station des Anschluss­zuges über die verspätete Abfahrt infor­miert werden. Tritt aller­dings die Verspätung erst kurz vor dem Knoten­bahnhof auf oder wird der Anschluss­wunsch dem Zugper­sonal erst spät gemeldet, kann es durchaus vorkommen, dass die Zeit zu knapp wird, um den Anschluss tatsächlich zu sichern. Die BEG hat es sich zum Ziel gesetzt, die Anschluss­si­cherung und die Kommu­ni­kation unter den Verkehrs­un­ter­nehmen zu optimieren. Seit 2013 bündelt die BEG in einer Datenbank alle relevanten Zahlen zur Anschlus­ser­rei­chung in Bayern. Alle Verkehrs­un­ter­nehmen und DB Netz können darauf zugreifen. Davor war es den Verkehrs­un­ter­nehmen nicht möglich, Anschluss­be­zie­hungen ihres Unter­nehmens zu anderen Betreibern zu analy­sieren. Das Messsystem soll zum Ausgangs­punkt für Verbes­se­rungs­maß­nahmen werden und dient damit letztlich den Fahrgästen.