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BEG-Qua­li­täts­ran­king 2018: Baye­ri­scher Re­gio­nal­ver­kehr nach wie vor auf hohem Niveau

Baye­ri­sche Ei­sen­bahn­ge­sell­schaft ver­öf­fent­licht Jahres-Qua­li­täts­ran­king / Baye­ri­sche Re­gio­nal­zü­ge punkten gut, verpassen aber die Bestmarke vom Vorjahr / Netz Agilis-Nord bleibt Ta­bel­len­füh­rer / Pünkt­lich­keits­wer­te werden mit separatem Mess­sys­tem erfasst und gesondert ver­öf­fent­licht

MÜNCHEN. Die baye­ri­schen Re­gio­nal­zü­ge konnten auch 2018 in Sachen Qualität gut punkten, landen im Schnitt aber etwas unterhalb des Spit­zen­werts aus dem Jahr 2017. Das zeigt das jährliche Qua­li­täts­ran­king der Baye­ri­schen Ei­sen­bahn­ge­sell­schaft (BEG), die den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern im Auftrag des Frei­staats plant, fi­nan­ziert und kon­trol­liert: www.beg-qua­li­taets­ran­king.de.

Im Be­richts­jahr wurden 29 baye­ri­sche Netze im Qua­li­täts­ran­king erfasst. Sie erzielten auf einer Skala von -100 bis +100 Punkten im bay­ern­wei­ten Durch­schnitt 28,68 Punkte. Zwar wurde damit die Re­kord­mar­ke vom Vorjahr verfehlt (Jah­res­ran­king 2017: 34,14 Punkte), der Wert ent­spricht al­ler­dings der zweit­bes­ten Durch­schnitts­punkt­zahl seit Ein­füh­rung des Qua­li­täts­mess­sys­tems im Jahr 2008. 24 von 29 Netzen über­tra­fen im Jah­res­ran­king 2018 die Min­dest­an­for­de­run­gen der BEG in Sachen Qualität. Spit­zen­rei­ter bleibt das Netz Agilis-Nord, das auf sehr hohem Niveau punktet. Im Rahmen ihres Qua­li­täts­mess­sys­tems beurteilt die BEG unter anderem Qua­li­täts­kri­te­ri­en wie die Sau­ber­keit der Züge, die Fahr­gast­in­for­ma­ti­on und die Ser­vice­ori­en­tie­rung der Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men, die in ihrem Auftrag die Netze in Bayern betreiben. Die Pünkt­lich­keits­wer­te fließen nicht in die Er­geb­nis­se des Qua­li­täts­ran­kings ein. Sie werden in einem ge­son­der­ten Mess­sys­tem erfasst und später im Jahr ver­öf­fent­licht.

„Mehr als drei Viertel der be­wer­te­ten Netze erreichen an­nehm­ba­re Resultate, die unsere Min­dest­an­for­de­run­gen über­er­fül­len. Das ist zunächst ein positives Signal an die Fahrgäste, die zu Recht ein hoch­wer­ti­ges Angebot auf Bayerns Schienen erwarten. Es gibt aber auch noch Luft nach oben. Die Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men müssen jede Stell­schrau­be nutzen, um noch besser zu werden und das Qua­li­täts­ni­veau im baye­ri­schen Re­gio­nal­ver­kehr nicht nur zu halten, sondern kon­ti­nu­ier­lich weiter anzuheben. Das liegt im ureigenen Interesse der Un­ter­neh­men, nicht zuletzt weil unser An­reiz­sys­tem über­durch­schnitt­li­che Leis­tun­gen mit Bo­nus­zah­lun­gen belohnt und Straf­zah­lun­gen fordert, wenn unsere Er­war­tun­gen nicht erfüllt werden“, sagt BEG-Ge­schäfts­füh­rer Thomas Prechtl.

Netz Agilis-Nord zum siebten Mal in Folge auf Platz 1

24 von 29 Netzen haben 2018 die Min­des­ter­war­tun­gen der BEG erfüllt und landen im Bonus-Bereich der Tabelle (2017: 25 von 28). Die Top 8 Netze tauschen im Vergleich zum Vorjahr teilweise die Plätze, jedes einzelne Netz erreicht aber erneut sehr gute Werte von mehr als 50 von 100 möglichen Punkten. An der Spitze steht – bereits zum siebten Mal in Folge – das Netz Agilis-Nord. Mit 94,66 Punkten (2017: 96,04 Punkte) landet das Netz knapp vor dem Netz Ober­pfalz­bahn/Waldbahn, das rund vier Punkte gegenüber dem Vorjahr gut machen und sich mit 91,55 Punkten Platz 2 sichern konnte (2017: 87,47 Punkte, Platz 4). 86,49 Punkte bringen das Netz Kissinger Stern auf Platz 3 (2017: 94,36 Punkte, Platz 2).

Den größten Sprung nach vorne machte das Netz Main-Spessart-Express: Es ver­bes­ser­te sich um 28,25 auf +24,40 Punkte. Das Netz belegt jetzt Platz 12 und stieg damit 15 Plätze im Jah­res­ran­king auf. Im Vorjahr hatte der Main-Spessart-Express mit -3,85 Punkten noch knapp die Min­dest­an­for­de­run­gen der BEG verfehlt und musste sich auf Platz 27 der Tabelle einreihen. Auf Platz 11 hat es das Netz Franken-Thüringen-Express geschafft, das mit 27,11 Punkten bewertet wurde. Im Vorjahr belegte das Netz mit 11,45 Punkten noch Platz 21. Beide Netze erhielten u. a. bei den Qua­li­täts­kri­te­ri­en „Fahr­gast­in­for­ma­ti­on im Regelfall“ und „Sau­ber­keit“ deutlich bessere Be­wer­tun­gen als im Vorjahr.

Qua­li­täts­po­ten­zi­al nicht abgerufen

Der Mit­tel­fran­ken­bahn machte ins­be­son­de­re das Thema „Fahr­gast­in­for­ma­ti­on“ zu schaffen. Im Ergebnis musste das Netz 21,74 Punkte abgeben und landete mit 11,39 er­reich­ten Punkten nur noch auf Platz 21 (2017: 33,13 Punkte, Platz 11). Im Netz Regio Allgäu-Schwaben fiel der Punk­te­ver­lust noch deut­li­cher aus: Es wurde um 27,02 Punkte schlech­ter bewertet als im Vorjahr. Mit -16,15 Punkten musste das Netz den Bonus-Bereich verlassen; es besetzt jetzt Platz 28 (2017: 10,87 Punkte, Platz 23). Häufig bemängelt wurden die Kriterien „Fahr­gast­in­for­ma­ti­on im Zug“, „Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Aus­stat­tung“ und „Sau­ber­keit“. Das Netz Regio Franken konnte die positive Ent­wick­lung im Vorjahr nicht nach­hal­ten. Nachdem es 2017 noch mehr als 20 Punkte gegenüber 2016 zulegen konnte, musste es im Be­richts­jahr wieder 17,39 Punkte abgeben. Es belegt mit -35,44 erzielten Punkten weiterhin den letzten Platz in der Tabelle (2017: -18,05 Punkte, Platz 28).

Zwei Netze wurden 2018 im Qua­li­täts­ran­king erstmals erfasst: Das Die­sel­netz Allgäu Los 1 konnte die Min­dest­an­for­de­run­gen der BEG in Sachen Qualität erfüllen; mit 10,37 Punkten reiht sich das Netz auf Platz 23 ein. Das Die­sel­netz Allgäu Los 2 hat mit -9,39 Punkten den Bo­nus­be­reich verfehlt, es landet auf Platz 26. Mit -7,51 Punkten und auf Platz 25 bleibt auch das Netz Alex Nord und Süd unter den Er­war­tun­gen der BEG. Die bisher getrennt geführten Netze Alex-Nord und Alex-Süd wurden 2018 unter dieser neuen Be­zeich­nung im Zuge einer neuen ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung mit der Län­der­bahn zu­sam­men­ge­fasst, so dass hier kein direkter Vergleich zum Vorjahr möglich ist.

Qua­li­täts­mess­sys­tem als Grundlage

Die baye­ri­schen Re­gio­nal­zü­ge werden nach ein­heit­li­chen Kriterien im BEG-Qua­li­täts­mess­sys­tem erfasst. Es bildet die Grundlage für das Qua­li­täts­ran­king. Be­rück­sich­tigt werden die Sau­ber­keit der Fahrzeuge, die Fahr­gast­in­for­ma­ti­on, die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Aus­stat­tung, die Ser­vice­ori­en­tie­rung der Zug­be­glei­ter und die Kun­den­ori­en­tie­rung bei Be­schwer­den. Die Pünkt­lich­keit fließt nicht in die Er­geb­nis­se ein, sondern wird in einem separaten Mess­sys­tem erfasst. Die BEG bewertet die einzelnen Netze mit Hilfe von externen Testern und Fahr­gast­be­fra­gun­gen. Die Er­geb­nis­se des Qua­li­täts­ran­kings haben un­mit­tel­ba­re fi­nan­zi­el­le Aus­wir­kun­gen auf die Betreiber der je­wei­li­gen Netze. Erreicht ein Un­ter­neh­men den Wert Null, sind die Er­war­tun­gen der BEG gerade erfüllt. Wer darüber liegt, erhält eine Bo­nus­zah­lung, wer Mi­nus­punk­te ver­zeich­net, zahlt Strafe (+100 Punkte = maximaler Bonus, -100 Punkte = maximaler Malus).

Das Qua­li­täts­ran­king (Jah­res­wer­te 2018) sowie alle Jah­res­wer­te seit 2010 sind unter www.beg-qua­li­taets­ran­king.de zu finden. Dort sind auch die je­wei­li­gen Betreiber der Netze auf­ge­führt.

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