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BEG-Quali­täts­ranking 2016: Qualität im bayeri­schen Regio­nal­verkehr legt gegenüber dem Vorjahr deutlich zu

85 Prozent der Netze landen 2016 im Bonus­be­reich / Agilis-Nord bestätigt Spitzen­platz / Shootingstar Kahlgrund fährt mit neuem Betreiber vom letzten auf den sechsten Platz vor

MÜNCHEN. Saubere Züge, hilfreiche Fahrgastinformationen und eine hohe Serviceorientierung sind wesentliche Kriterien, die mit darüber entscheiden, wie die Fahrgäste das Angebot im bayerischen Regionalverkehr annehmen. Das Qualitätsranking der Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern im Auftrag des Freistaats plant, finanziert und kontrolliert, gibt Auskunft über das Qualitätsniveau auf Bayerns Schienen. Das jetzt veröffentlichte Jahresranking für 2016 – www.beg-qualitaetsranking.de – zeigt: Die Qualität der Verkehrsleistungen steigt.

Anreizsystem aus Bonus- und Maluszahlungen zeigt Wirkung

Die Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­nehmen erhalten von der BEG einen finan­zi­ellen Bonus oder müssen einen Malus zahlen – je nachdem wie sie die Quali­täts­an­for­de­rungen erfüllen. Dieses Anreiz­system zeigt Wirkung: 24 von den insgesamt 28 Netzen in Bayern, das entspricht über 85 Prozent der Netze, fahren im Bonus­be­reich (2015: 15 von 27); acht Netze erreichen mehr als 50 Punkte auf einer Skala von -100 bis +100 Punkten (Vorjahr: fünf). 23 von 28 Netzen verbessern ihre Punktezahl. Keines der 28 Netze, bei denen die BEG anhand von standar­di­sierten Verfahren und einheit­lichen Kriterien die Qualität konti­nu­ierlich überprüft, ist vom Bonus- in den Malus­be­reich gerutscht. Nur noch vier Netze sind auf der Punkteskala im negativen Bereich, 2015 waren es noch 12 von 27 Netzen.

Netz Kahlgrund gewinnt 156 Punkte und fährt in die Top Ten

Spitzen­reiter Agilis-Nord hat seine Top-Platzierung von 2015 verteidigt und belegt mit 87,25 Punkten erneut Platz 1 unter den 28 im Ranking erfassten Netzen (2015: 81,91 Punkte, Platz 1). Mit 85,73 Punkten landet die Berch­tes­ga­dener Land Bahn nur knapp dahinter auf Platz 2 (2015: 66,74 Punkte, Platz 3), gefolgt vom Netz Kissinger Stern, das mit 78,33 Punkten auf Platz 3 liegt (2015: 72,29 Punkte, Platz 2). Den mit Abstand größten Sprung nach vorne kann das Netz Kahlgrund für sich beanspruchen. Es konnte um 156 Punkte zulegen und verbessert sich mit 73,63 Punkten vom letzten auf den sechsten Platz (2015: -82,37 Punkte, Platz 27). Hinter­grund ist ein Wechsel des Betreibers: Seit Dezember 2015 bedient die DB RegioNetz Verkehrs GmbH (Westfran­kenbahn), ein Tochter­un­ter­nehmen der DB Regio AG die Strecke zwischen Kahl am Main und Schöllkrippen. Der Main-Spessart-Express wurde 2016 erstmals im Ranking erfasst. Das Netz wird seit Dezember 2015 von der DB Regio AG betrieben und landet 2016 mit -10,62 Punkten auf Platz 25.

„Wir wollen, dass den Fahrgästen in ganz Bayern ein hochwer­tiges und leistungs­starkes Verkehrs­an­gebot zur Verfügung steht. Deshalb überprüfen wir regel­mäßig die Qualität der Verkehrs­leis­tungen“, sagt Thomas Prechtl, Geschäfts­führer der BEG und verant­wortlich für den Bereich Qualitäts-management. „Dass das Quali­täts­niveau im bayeri­schen Regio­nal­verkehr konti­nu­ierlich weiter steigt, ist sowohl der guten Zusam­men­arbeit mit den Verkehrs­un­ter­nehmen zu verdanken als auch dem Anreiz­system der BEG, das Bonus- bezie­hungs­weise Malus­zah­lungen vorsieht. Die Verkehrs­un­ter­nehmen arbeiten permanent daran, ihr Angebot für die Fahrgäste zu optimieren und bei wesent­lichen Kriterien wie Sauberkeit, Komfort und Service­ori­en­tierung immer besser zu werden. Im Ergebnis profi­tieren die Fahrgäste von mehr Qualität auf Bayerns Schienen.“

Vielfach deutliche Punktgewinne im Mittelfeld

Neben dem Netz Kahlgrund fuhren acht weitere Netze vom Malus- in den Bonus­be­reich vor, darunter das Netz Regio Oberbayern, das über 44 Punkte gut machte und mit 5,76 Punkten auf Platz 22 landete (2015: -38,55 Punkte, Platz 24). Das Netz Alex-Süd konnte knapp 40 Punkte hinzu­ge­winnen und belegt mit 9,27 Punkten Platz 19 (2015: -30,44 Punkte, Platz 23). Mit einem Plus von gut 35 Punkten erreicht der Donau-Isar-Express Platz 14 im Jahres­ranking 2016 (2015: -18,06 Punkte, Platz 20). Und selbst im unteren Bereich der Tabelle wurden deutliche Punkt­ge­winne gemacht. Zwar bleibt der München-Nürnberg-Express mit -22,56 Punkten im Malus­be­reich und landet erneut auf Platz 26, konnte sich aber dennoch um über 45 Punkte gegenüber dem Vorjahr verbessern.

Den größten Punkte­verlust gegenüber dem Vorjahr musste der Franken-Thüringen-Express hinnehmen. Mit einem Minus von knapp 21 Punkten landete das Netz mit +1,31 Punkten dennoch knapp im Bonus­be­reich. Schluss­licht im Jahres­ranking 2016 ist das Netz Regio Franken, das zwar um knapp fünf Punkte zulegen konnte, aber mit -44,70 Punkten Platz 28 belegt.

Qualitätsmesssystem als Grundlage

Alle bayeri­schen Regio­nalzüge werden nach einheit­lichen Kriterien im BEG-Quali­täts­mess­system erfasst. Es bildet die Grundlage für das Quali­täts­ranking. Berück­sichtigt werden die Sauberkeit der Fahrzeuge, die Fahrgast­in­for­mation, die Funkti­ons­fä­higkeit der Ausstattung, die Service­ori­en­tierung der Zugbe­gleiter und die Kunde­n­ori­en­tierung bei Beschwerden. Die Pünkt­lichkeit fließt nicht in die Ergeb­nisse ein, sondern wird in einem separaten Messsystem erfasst. Die BEG bewertet die einzelnen Netze mit Hilfe von externen Testern und Fahrgast­be­fra­gungen. Die Ergeb­nisse des Quali­täts­ran­kings haben unmit­telbare finan­zielle Auswir­kungen auf die Betreiber der jewei­ligen Netze. Erreicht ein Unter­nehmen den Wert null, sind die Erwar­tungen der BEG gerade erfüllt. Wer darüber liegt, erhält eine Bonus­zahlung, wer Minus­punkte verzeichnet, zahlt Strafe (+100 Punkte = maximaler Bonus, -100 Punkte = maximaler Malus).

Das Qualitätsranking (Jahreswerte 2016) sowie alle Jahreswerte seit 2008 sind unter www.beg-qualitaetsranking.de zu finden. Dort sind auch die jeweiligen Betreiber der Netze aufgeführt.

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