Verbindungsauskunft

Bayerische Regiobahn soll Zuschlag für Regio­nal­verkehr im Dieselnetz Augsburg I erhalten

Langfristige Sicherung des beste­henden Angebotes mit neuen Fahrzeugen / Zwei Betriebs­stufen – vor und nach der Elektri­fi­zierung der Strecke Geltendorf – Memmingen – Lindau

MÜNCHEN. Die Bayerische Regiobahn GmbH (BRB) soll künftig die Regio­nal­ver­kehre auf den Linien München ‒ Füssen, Augsburg ‒ Füssen sowie Augsburg ‒ Landsberg betreiben. Die Bayerische Eisen­bahn­ge­sell­schaft (BEG), die den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern plant, finan­ziert und kontrol­liert, hatte die Verkehrs­leis­tungen im Dieselnetz Augsburg I im Rahmen eines europa­weiten öffent­lichen Verfahrens ausge­schrieben. Auf allen Linien wird die BRB künftig Neufahr­zeuge einsetzen. Der Vertrag beginnt im Dezember 2018 und läuft bis Dezember 2030. 

Betriebs­stufe 1: Sicherung des Angebots mit neuen Fahrzeugen

Der Fahrplan in Betriebs­stufe 1 entspricht weitgehend dem heutigen Angebot. Der Regio-Schienen-Takt zwischen Augsburg und Bobingen bleibt als 15-Minuten-Takt morgens Richtung Augsburg, abends Richtung Bobingen erhalten. Ebenso der ganztägige 30-Minuten-Takt zwischen Landsberg und Kaufering mit Anschluss­zügen nach München und ins Allgäu. Auch der Stundentakt zwischen Füssen und Buchloe bleibt bestehen. In Buchloe können Fahrgäste aus Kaufbeuren, Markto­berdorf und Füssen von den jeweils im Zweistun­dentakt nach Augsburg bzw. München verkeh­renden Zügen direkt am selben Bahnsteig in Richtung München bzw. Augsburg umsteigen. An Sonntagen wird weiterhin der zusätz­liche „Neuschwan­stein-Express“ zu stark nachge­fragten Tages­zeiten München und Füssen direkt verbinden. Der Stundentakt zwischen Kaufering und Augsburg wird durch zusätz­liche Züge im Schüler- und Berufs­verkehr ergänzt. Dabei sollen die Arbeits­zeiten im Gewer­be­gebiet in Graben berück­sichtigt werden. Zudem werden im Schüler- und Berufs­verkehr weitere Züge ab Markto­berdorf verkehren, die alle Halte in Richtung Augsburg anfahren. Der Fahrplan berück­sichtigt dabei auch die Anschluss­ver­bindung in Kaufbeuren bzw. Biessen­hofen aus Richtung Markto­berdorf und Füssen nach Kempten.

Betriebs­stufe 2: Neuordnung nach der Elektri­fi­zierung

Die Betriebs­stufe 2 umfasst insbe­sondere die Elektri­fi­zierung der Strecke Geltendorf – Memmingen – Lindau. Die BEG sichert mit ihren Vorgaben den beste­henden attrak­tiven Fahrplan im Regio-Schienen-Takt Augsburg – Bobingen (ab 05:00 und bis nach 00:00 Uhr, im Berufs­verkehr alle 15 Minuten). Die Anbindung von Augsburg nach Landsberg bleibt dabei weitgehend erhalten. Auch zukünftig werden im Knoten­bahnhof Kaufering mindestens stündlich Anschluss­ver­bin­dungen nach München und in Richtung Allgäu angeboten. Auch der Stundentakt zwischen Füssen und Buchloe bleibt bestehen. Die meisten Züge ab Füssen und Markto­berdorf fahren weiter nach Augsburg und bedienen den neuen Halt Kaufbeuren-Neugablonz. Über den ganzen Tag verteilt werden weiterhin einige durch­ge­hende Fahrten von Füssen nach München angeboten. In diesen Fällen kann in Buchloe in Richtung Augsburg umgestiegen werden. Ansonsten bestehen in Buchloe kurze Umstei­ge­zeiten auf moderne elektrische Züge in Richtung München. In Kaufbeuren bzw. Biessen­hofen kann aus Richtung Füssen und Markto­berdorf in Richtung Kempten umgestiegen werden. Der zusätz­liche „Neuschwan­stein-Express“ wird in der Betriebs­stufe 2 nicht nur sonntags, sondern auch samstags zu stark nachge­fragten Tages­zeiten München und Füssen direkt verbinden.

Mindest­vor­gaben der BEG

Um den Fahrgästen einen umfangreichen Service zu garantieren, verlangt die BEG zwischen München und Buchloe sowie in touristischen Zügen von und nach Füssen mindestens einen Zugbegleiter pro Zug. Alle übrigen Züge besetzt die BRB mindestens zu 35 Prozent mit einem Zugbegleiter. Außerdem ist die BRB verpflichtet, bei stark frequentierten Zügen im Berufs- und Schüler- sowie im Freizeitverkehr, besonders im touristischen Verkehr in Richtung Füssen, hohe Sitzplatzkapazitäten in der 2. Klasse und zusätzliche Sitzplätze in der 1. Klasse anzubieten. Fahrscheine müssen im personenbedienten Verkauf – neben den großen Bahnhöfen wie Augsburg Hbf, München Hbf und München-Pasing – auch in Buchloe, Geltendorf, Kaufbeuren, Bobingen, Schwabmünchen, Marktoberdorf, Landsberg (Lech), Füssen und Kaufering erhältlich sein. Eine Teilnahme am BEG-Qualitätsmesssystem ist ebenso zwingend wie das Einspeisen von Echtzeitdaten in das „durchgängige elektronische Fahrgastinformations- und Anschlusssicherungssystem“ (DEFAS) der BEG. Die Auskünfte werden im BEG-eigenen Auskunftsportal, dem Bayern-Fahrplan – sowohl auf www.bayern-fahrplan.de als auch in der Bayern-Fahrplan-App – als Fahrgastinformationen zur Verfügung gestellt.

Das Verkehrs­un­ter­nehmen Bayerische Regiobahn GmbH

Die Bayerische Regiobahn GmbH ist ein Unter­nehmen der Transdev-Gruppe mit Sitz in Berlin. Der Sitz der Bayeri­schen Regiobahn GmbH befindet sich in Holzkirchen. Die inter­na­tional agierende Transdev-Gruppe hat weltweit ca. 83.000 Mitar­beiter, davon ca. 5.000 in Deutschland und bietet Leistungen im Schie­nen­per­so­nen­nah­verkehr und im Busverkehr an. Seit 2008 betreibt die Bayerische Regiobahn die Verkehrs­leis­tungen im Umfang von ca. 3 Millionen Zugki­lo­meter pro Jahr im bayeri­schen Wettbe­werbsnetz „Dieselnetz Augsburg II“ auf den Linien Augsburg ‒ Geltendorf ‒ Weilheim (Ammer­seebahn), Weilheim ‒ Schongau (Pfaffen­win­kelbahn), Augsburg ‒ Aichach ‒ Ingol­stadt (Paartalbahn) und Ingol­stadt ‒ Eichstätt Stadt.

Verfahrensart

Bei dem Verfahren handelt es sich um eine europa­weite öffent­liche Ausschreibung. Sie wurde am 15. November 2014 im Supplement zum Amtsblatt der Europäi­schen Union veröf­fent­licht. Den endgül­tigen Zuschlag kann die BEG wegen der Einspruchs­mög­lich­keiten der unter­le­genen Bieter frühe­stens am 20. November 2015 erteilen.

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