Verbindungsauskunft

Finanzierung

Eine der drei Haupt­auf­gaben der Bayeri­schen Eisen­bahn­ge­sell­schaft (BEG) ist die Finan­zierung des bayeri­schen Regio­nal­ver­kehrs. Denn der Regio­nal­verkehr trägt sich nicht eigen­wirt­schaftlich. Im Rahmen der Bahnstruk­tur­reform von 1995 wurde der Eisen­bahn­verkehr libera­li­siert und für den Wettbewerb auf der Schiene geöffnet.

Die einzelnen Verkehrs­un­ter­nehmen müssen sich seitdem im Wettbewerb behaupten: Sie konkur­rieren um Aufträge für Verkehrs­leis­tungen, welche die BEG in europa­weiten Verfahren ausschreibt. Den Auftrag erhält jeweils das Verkehrs­un­ter­nehmen, welche das beste Angebot in Bezug auf Qualität und Preis abgibt.

Die BEG schließt mit dem beauf­tragten Verkehrs­un­ter­nehmen einen sogenannten Verkehrs­vertrag. Dabei wird festgelegt, welche Anfor­de­rungen das Verkehrs­un­ter­nehmen erfüllen muss – auch im Hinblick auf die Qualität. Kriterien wie Komfort, Sauberkeit, Service­an­gebote, Fahrgast­in­for­mation spielen dabei eine wichtige Rolle. In Ausschrei­bungen gibt die BEG bestimmte Mindest­stan­dards wie z. B. die Sitzplatz­anzahl oder die Zahl der Zugbe­gleiter vor. Für die Ausge­staltung dieser Vorgaben gegenüber dem Kunden sind aller­dings die Verkehrs­un­ter­nehmen verant­wortlich. Das Verkehrs­un­ter­nehmen behält im Rahmen eines sogenannten Netto­ver­trags zu hundert Prozent die Fahrgel­derlöse ein und bleibt somit dem Fahrgast gegenüber voll verant­wortlich. Darüber hinaus erhält es von der BEG ein sogenanntes Bestel­le­rentgelt. Diese Finanz­mittel stammen aus Regio­na­li­sie­rungs­mitteln, die dem Freistaat vom Bund zugewiesen werden.

Insgesamt finan­ziert sich der bayerische Regio­nal­verkehr gut zur Hälfte aus Steuer­geldern (Bestel­le­rentgelt) und zur Hälfte aus Fahrgel­der­lösen. Der Wettbewerb bewirkt, dass die Verkehrs­un­ter­nehmen ihre Leistungen günstiger anbieten. So können gleich­zeitig Steuer­gelder gespart und die Leistungen erweitert werden: Durch die Wettbe­werbs­ver­gaben konnte die BEG in den letzten Jahren nicht nur das Fahrplan­an­gebot, sondern auch wichtige Quali­täts­merkmale wie Pünkt­lichkeit, Komfort und Fahrgast­in­for­mation stetig verbessern.

Hinter­grund­in­for­mation Finan­zierung & Infra­struk­tur­ge­bühren

Der bayerische Regional- und S-Bahn-Verkehr wäre ohne öffent­liche Finan­zierung nicht wirtschaftlich. Deshalb finan­ziert der Freistaat gut die Hälfte der Kosten mit Steuer­geldern, sogenannten Regio­na­li­sie­rungs­mitteln, die die Länder vom Bund erhalten (aus dem Aufkommen der Mineral­öl­steuer). Mit diesen Mitteln bestellt die BEG im Auftrag des Bayeri­schen Verkehrs­mi­nis­te­riums Verkehrs­leis­tungen bei unter­schied­lichen Bahnun­ter­nehmen.