Qualität durch Kontrolle

Die BEG be­auf­tragt die Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men nicht nur mit dem Betrieb von Strecken. Die BEG kon­trol­liert auch, ob die Un­ter­neh­men die ver­trag­lich ver­ein­bar­te Qualität erbringen. Falls nicht, drohen Strafen.

Die BEG hat ein System zur Qua­li­täts­si­che­rung ent­wi­ckelt, das klar un­ter­schei­det, welche Qua­li­täts­merk­ma­le allein in der Ver­ant­wor­tung der Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men liegen und welche nicht. Komplett in der Hand haben die Un­ter­neh­men bei­spiels­wei­se die Sau­ber­keit der Züge oder auch die Hilfs­be­reit­schaft und Kompetenz ihrer Ser­vice­mit­ar­bei­ter. Solche Qua­li­täts­kri­te­ri­en misst die BEG bay­ern­weit mit denselben Methoden, fasst die Er­geb­nis­se zu einem Ge­samt­wert zusammen und macht die Leistung der Un­ter­neh­men im Rahmen des Qua­li­täts­ran­kings ver­gleich­bar.

Separat erfasst die BEG Leis­tungs­merk­ma­le zur Zu­ver­läs­sig­keit der Züge, die auch von externen Faktoren be­ein­flusst werden, zum Beispiel durch Wet­te­rer­eig­nis­se, Bau­ar­bei­ten oder Po­li­zei­ein­sät­ze. Die BEG ermittelt für jedes Netz die durch­schnitt­li­che Pünkt­lich­keit und die Quote aus­ge­fal­le­ner Züge. Die Rah­men­be­din­gun­gen un­ter­schei­den sich von Strecke zu Strecke teils erheblich: Während Re­gio­nal­zü­ge auf manchen Linien allein unterwegs sind, fahren sie an­dern­orts auf hoch­be­las­te­ten Strecken und teilen sich die Schienen mit dem Fern- und Gü­ter­ver­kehr. Im Un­ter­schied zum Qua­li­täts­ran­king sind die Er­geb­nis­se zur Pünkt­lich­keit deshalb nur bedingt mit­ein­an­der ver­gleich­bar. Zu­sätz­lich misst die BEG an 107 Kno­ten­bahn­hö­fen, wie häufig An­schluss­zü­ge erreicht be­zie­hungs­wei­se verpasst werden.

Fi­nan­zi­el­le Anreize für mehr Qualität

In den Verträgen mit den Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men schreibt die BEG de­tail­lier­te Min­dest­an­for­de­run­gen vor. Damit die Ser­vice­qua­li­tät nicht nur im Ver­trags­text hohe Standards erreicht, sondern auch im realen Bahn­be­trieb, setzt die BEG vor allem auf zwei Hebel: Zum einen auf re­gel­mä­ßi­ge Qua­li­täts­kon­trol­len. Deren Er­geb­nis­se wirken sich direkt auf die Un­ter­neh­men aus – in Form von Bonus- oder Straf­zah­lun­gen. Zum anderen schließt die BEG Net­to­ver­trä­ge ab: Diese sehen vor, dass die Ver­kehrs­un­ter­neh­men die Fahr­gel­der­lö­se zu 100 Prozent ein­be­hal­ten. Dadurch bleiben die Un­ter­neh­men dem Fahrgast gegenüber voll ver­ant­wort­lich und haben einen starken Anreiz, Qualität und Kun­den­ori­en­tie­rung zu ver­bes­sern. Denn nur so können sie mehr Fahrgäste gewinnen und ihre Einnahmen durch Fahr­gel­der­lö­se steigern. Beide Hebel setzen fi­nan­zi­el­le Anreize für die Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men, in Qualität zu in­ves­tie­ren.