Verbindungsauskunft

BEG vergibt S-Bahn München in drei Stufen

Die Bayerische Eisen­bahn­ge­sell­schaft (BEG) hat ein Drei-Stufen-Konzept für die Vergabe der Verkehrs­leis­tungen der S-Bahn München entwi­ckelt. Hinter­grund ist, dass der derzeitige Verkehrs­vertrag mit der DB Regio Ende 2017 endet. Welches Unter­nehmen danach die S-Bahn München betreibt, bestimmt die BEG in einem Verga­be­ver­fahren. Das Drei-Stufen-Konzept präsen­tierte die BEG gemeinsam mit dem Bayeri­schen Staats­mi­nis­terium des Innern, für Bau und Verkehr auf einer Presse­kon­ferenz im Februar.

  • Stufe 1: Ab Januar 2018 wird dem heutigen S-Bahn-Vertrag mit der DB Regio ein zweijähriger Übergangsvertrag folgen, voraussichtlich erneut mit der DB Regio. 
  • Stufe 2: Ab Dezember 2019 wird die BEG in einem 1. Münchner S-Bahn-Vertrag die gesamten Verkehrsleistungen zunächst ohne Aufteilung in Lose vergeben (Laufzeit voraussichtlich circa zwölf Jahre). 
  • Stufe 3: Anfang der 2030er-Jahre wird die BEG die Verkehrsleistungen in einem 2. Münchner S-Bahn-Vertrag erneut für voraussichtlich rund zwölf Jahre vergeben und strebt dabei eine Aufteilung des Netzes in mehrere Lose an. 

Ähnlich wie bei der S-Bahn Nürnberg befür­wortet die BEG an sich eine Aufteilung des Strecken­netzes in verschiedene Pakete, in so genannte Lose. Denn nur so haben auch kleinere Verkehrs­un­ter­nehmen eine realis­tische Chance, sich am Verga­be­ver­fahren zu betei­ligen. Die Option, das Netz in einzelnen Losen auszu­schreiben, hält die BEG vor der Inbetrieb­nahme der 2. Stamm­strecke aber für nicht prakti­kabel. Die Risiken für die Betriebs­sta­bi­lität sind dafür zu hoch. 

Betriebs­sta­bi­lität hat Vorrang

„Die Betriebs­sta­bi­lität ist das oberste Ziel all unserer Planungen“, betont Johann Niggl, Geschäfts­führer der BEG. Die Komple­xität der S-Bahn München ist besonders hoch: Die Zugdichte in der heutigen Stamm­strecke ist während der Haupt­ver­kehrszeit mit 30 Zügen pro Stunde und Richtung unter den deutschen S-Bahn-Netzen einmalig. Zugleich führen auf den Außenästen die zahlreichen einglei­sigen Abschnitte und die Beein­flussung durch Güter-, Regional- und Fernver­kehrszüge zu außer­or­dentlich komplexen Betrieb­sab­läufen. 

Die BEG beabsichtigt deshalb, die Aufteilung in Lose erst Anfang der 2030er Jahre vorzu­nehmen. Mit einer Inbetrieb­nahme der 2. Stamm­strecke wird zwar bereits um das Jahr 2025 gerechnet. Doch braucht es aus Sicht der BEG zunächst eine Stabi­li­sie­rungs­phase, bis sich das neue Betriebs­konzept gefestigt hat, mit einem deutlich erwei­terten Verkehrs­an­gebot und mit neuen Fahrzeugen. Denn parallel zum Bau und zur Inbetrieb­nahme der 2. Stamm­strecke steht auch der Ersatz der heutigen Fahrzeug­flotte an.

Einzelne Angebots­ver­bes­se­rungen bereits im Übergangs­vertrag geplant

Vor der Vergabe des 1. Münchner S-Bahn-Vertrags müssen noch Grund­satz­fragen zu Themen wie Brutto­vertrag, Flotte­ner­wei­terung, Vertrags­laufzeit geklärt werden. „Deshalb haben wir beschlossen, für die Zeit ab Januar 2018 einen zweijäh­rigen Übergangs­vertrag abzuschließen“, so Niggl. Bereits hierfür prüft die BEG punktuelle Fahrplan­ver­bes­se­rungen sowie verein­zelte Kapazi­täts­er­wei­te­rungen. Die Möglich­keiten sind aber wegen des Nadelöhrs Stamm­strecke sehr begrenzt. Im Detail werden die Verbes­se­rungen erst nach Abschluss der Verhand­lungen feststehen. Die BEG plant den Übergangs­vertrag mit der DB Regio abzuschließen, weil das Unter­nehmen bereits über die rund 250 S-Bahn-Fahrzeuge verfügt. Aus Sicht der BEG kommt kein anderer Betreiber für eine Übernahme der Verkehrs­leis­tungen schon ab Januar 2018 in Frage.

Weitere Informationen unter beg.bahnland-bayern.de/presse.

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